Annegret und Volker, Haus Werfelstein,

Feinkostladen Jelissejew, Newski-Prospekt 56.freudig können wir an unseren verbauten Schaltuhren mit Astrofunktion den späteren Sonnenuntergang ablesen, die Tage werden endlich länger. Wir suchen maritimen Input nach der vergangenen dunklen Jahreszeit. Travemünde soll es sein, liegt damit nahezu vor unserer Haustür und wir sind gern dort. Nach verschiedenerlei Aufenthalten im „Maritim-Leuchtturm“ bevorzugen wir inzwischen statt der Höhe in der 21. Etage lieber Meeresniveau und haben uns in der Vorderreihe,Travemünde, Höhe Ostpreussenkai, direkt am Traveufer in erster Reihe, ein Appartement gemietet. Um die Ecke, Höhe Timmendorfer Strand ist kürzlich ein junger Buckelwal (Timmy) auf einer Sandbank gestrandet. Wir verzichten gern auf den weiten Blick vom Maritim-Hochhaus über die Lübecker Bucht bis nach Neustadt in Holstein und Pelzerhaken, haben unser Auge und Ohr direkt an der lebendigen Seeschifffahrtsstraße dicht und direkt vor unseren Zimmerfenstern nach Süd, Ost und West.

Unser geographisches Interesse an den Ländern unserer Erde macht uns zu reiselustigen Entdeckern. Wir sind auf Zwei- und Dreirädern unterwegs – auf Motorrädern mit und ohne Seitenwagen. Vom Nordlandeis zum Wüstensand –  von Tanger bis Tromsö, von Liverpool bis Lemberg in Galizien, Ukraine und von Island bis Istanbul, von Hammamet nach Honningsvag. Unsere klassischen und modernen Kräder lassen uns sicher, frei und froh rollen. Wir teilen die wunderschönen Erlebnisse mit anderen Menschen, die die Welt ebenso wie wir dynamisch, voller Begeisterung und mit freiem Geist erkunden. Rauf aufs Motorrad und ab auf die Straße. Im Norden lässt es sich herrlich an Europas Küsten cruisen. Dort schnuppern wir gern die frische Seeluft. Auf wald- und kurvenreichen Strecken geht es z. B. zum Naturpark Sumava, Miriquidi silva oder mit dem DB-Autozug bis 2016 mehrfach ins südliche Frankreich und Portugal, ins Baskenland, in die Pyrenäen, Hohe Tatra, Karpaten,  Andalusien und nach Marokko auf dem afrikanischen Kontinent.

Vier Räder sind zwei zuviel!

Unsere Reise gen Nordosten via Helsinkifähre und der  kürzliche Besuch St.Petersburgs ist zugleich eine Reise in die Vergangenheit und in die triste Gegenwart Russlands. Der einstige Glanz der einzigartigen Hauptstadt des vergangenen Zarenreiches, die Peter der Erste. zum Anfang des 18. Jahrhunderts als Bollwerk am östlichsten Ende der Ostsee an der Mündung der Newa gründete, ist für uns an vielen  historischen  Besichtigungspunkten spürbar. Nach dem militärischen Sieg bei Poltava über die den Ostseeraum beherrschenden Schweden im Großen Nordischen Krieg (1700 -1721) und durch die Erbauung von Kronstadt wurde den tiefgehenden schwedischen Kriegsschiffen ein Eindringen vom Meer aus in die Newa und zum Ladogasee unmöglich gemacht.

St. Petersburg, Quaianlagen und Paläste an der Newa.Wasserspiele am Peterhof. Zusätzlich ließ der Zar die Flotte vergrößern, um auch zur See den Schweden überlegen zu sein. Mehr als 2.000 Paläste, Prachtbauten und Schlösser schmücken die historische Perle am finnischen Meerbusen.Keine Stadt unseres Planeten kann es mit ihrer Einzigartigkeit aufnehmen. Beeindruckt kehren wir mit Finnlines nach Travemünde zurück.

Wer ganz hoch hinaus will, der schraubt sich mit uns die Serpentinen hinauf zu den Alpengipfeln vom Timmelsjoch in Tirol bis zum Passo Stelvio in den italienischen Dolomiten und dem Col l´Iseran in Frankreich (2.770 m ü. M.). Auch gern ganz transeuropäisch durch die Türkei, Mazedonien, Albanien und Montenegro, Bosnien, Kroatien.

Motorrad fahren ist längst mehr Lebensphilosophie als Hobby. Denn Motorrad fahren ist immer auch Aufbruch aus gewohnten Welten, aus festgefahrenen Beziehungen, aus dem Alltagseinerlei.

Kluft an, Helm auf und los geht es mit den Maschinen über schmale Straßen zu interessanten Zielen. Bayerischen, italienischen oder russischen Motorensound im Ohr, die Landschaft zieht vorbei: Mit jedem gefahrenen Kilometer rückt der Alltag ein wenig mehr in die Ferne. Und nach der Tour – mit klarem Kopf – lässt sich auch wieder entspannt über das Hier und Heute nachdenken.

Der Weg ist das Ziel – auf unserem Planeten gibt es unermesslich viele Routen und Ziele, die es zu erkunden gilt!