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Eider Kanal

Verlauf des Eidercanals

Für Google-Earth: Hier meine KMZ-Pfadmarke des Kanalverlaufs im alten Schleswig-Holstein herunterladen!

Der als Schleswig-Holsteinischer Canal bzw. Schleswig-Holsteinischer Kanal erbaute Eider-Kanal bzw. Eider-Canal verband von 1784 bis 1890 die Kieler Förde bei Kiel-Holtenau mit dem natürlichen Flusslauf der Untereider bei Rendsburg. Der Kanal bildet für die Schifffahrt zusammen mit der Eider eine Wasserstraße zwischen der Nordsee und der Ostsee.

BildSeit der Eröffnung im Jahr 1784 ist − unabhängig von der orthografischen Schreibweise − die Bezeichnung Schleswig-Holsteinischer Kanal üblich. Der Name des Kanals begründet sich aus dem Verlauf der Grenzflüsse Levensau und Eider; sie teilen die Gebiete der beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein voneinander. Erst nach dem Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848–1851) veranlasst das dänische Königshaus 1853 die Umbenennung in Eider-Kanal, um nationale Bestrebungen in der Zusammenschreibung Schleswig-Holstein im Sinne eines politischenBild Begriffes zu behindern. Als die dänische Hoheit durch den Deutsch-Dänischen Krieg 1864 endet und die preußische Provinz Schleswig-Holstein gegründet wird, kommt es wieder zu einer Rückkehr zum Namen Schleswig-Holsteinischer Kanal.

Der Kanal verläuft von der Kieler Förde aus auf der Grenze zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein: Der Kanal beginnt im damaligen Flussbett der Levensau südlich des heute noch stehenden Leuchtturms in Holtenau, vorbei am Packhaus zur ersten Schleuse, die noch heute steht. Dann südlich am Gut Knoop vorbei, wo sich die zweite Schleuse befindet. An den Stellen dieser beiden Schleusen gibt es bereits zuvor Brücken über die Levensau. BildFür ein kurzes Stück folgt der Kanal nun nicht der Levensau weiter westwärts, sondern verläuft nordwestlich vom Achtstückenberg (23 m ü. NN) bis zum dritten Bauwerk, der Rathmannsdorfer Schleuse. Mit diesen drei Anlagen kann das Kanalniveau auf 7 m ü. NN angehoben werden. Das Teilstück des Kanals von Knoop bis zur Rathmannsdorfer Schleuse ist mit Resten der Schleusenanlage erhalten.

Südwestwärts um den Achtstückenberg herum führt der Kanal weiter, um nördlich von Suchsdorf wieder das Flussbett der Levensau zu erreichen und in diesem westwärts bis südlich von Gut Warleberg weiterzufließen. EntlangBild einer Landwehr (in der heutigen Gemeinde Quarnbek) wurde ein Durchstich bis zum Flemhuder See gebaut, womit die Eider erreicht ist. Der Kanal verläuft dann weiter südlich von Gut Rosenkranz bis nach Klein Königsförde.

Nach der vierten Schleuse bei Klein Königsförde führt der Kanal weiter über Gut Georgenthal bis zur fünften Schleuse in Kluvensiek. Diese Streckenführung nutzt ein langes Flussstück der Eider, die von Klein Königsförde Bildnordwärts bis Grünhorst und dann südwärts über Sehestedt bis nach Kluvensiek führt. Das Teilstück von Klein Königsförde über Kluvensiek bis Hohenfelde ist noch heute mit Resten der Schleusenanlage erhalten. Von hier an folgt der Kanal dem Eiderflussbett, fließt direkt an Schirnau, Lehmbek, Borgstedt vorbei bis nach Rendsburg, wo die sechste und letzte Schleuse steht. Hier befindet sich ein zweites Packhaus. Von Rendsburg führt der Schifffahrtsweg dem natürlichen Flusslauf der Eider folgend über 130 km bis zu ihrer Mündung in die Nordsee bei Tönning, wo ein drittesBild Packhaus steht.

Eine Passage durch den Kanal und die Eider dauert drei und mehr Tage, bei ungünstigem Wind wurden die Schiffe getreidelt, also von Pferden oder Menschen auf am Ufer angelegten Treidelpfaden gezogen. International bekannt ist das alte russische Lied der Wolgaschlepper.

BildBis zur Vor der Einführung der Dampfschifffahrt wurden Lasten aller Art flussaufwärts mit Pferden transportiert. Berufsgruppen, wie z.B. Schiffsreiter, Treidler, Schiffer, Seiler, Fasszieher, Schiffbauer, Stauer oder Hafenarbeiter lebten von Fluss und Wasserstraße. Schließlich wurden sie durch Dampfmaschine, Flussbegradigung und Hafenausbau im Zuge der Industrialisierung verdrängt.

(Autor: Wikipedia, Volker Westphal)

 

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Stand: 04.08.2016